Lass doch Gott mal reden

Mal ehrlich, wie oft sind Gebete einfach nur Monologe? Ich bitte Gott um etwas oder erzähle ihm von meinen Ängsten und Sorgen, um dann mit Bitten das Gebet zu beenden. Gelegentlich drücke ich auch mein Unverständnis darüber aus, warum Gott bestimmte Dinge zulässt und nicht handelt. Und wie oft ist mein Gebet aus der Not geboren: Tun sich unerwartet Probleme auf, schicke ich schnell ein Stoßgebet gen Himmel. Oft sage ich auch einfach nur danke für all das Schöne und Gute, das Gott mir jeden Tag schenkt. Aber eher selten gebe ich Gott die Gelegenheit, auch etwas zu sagen.

Gott wünscht sich Dialog
Er möchte mit mir kommunizieren. Er verspricht sogar, auf mein Gebet zu antworten: „Wende dich an mich und ich werde dir antworten!“ (Jeremia 33,3). Für mich klingt es fast so, als könne Gott es kaum erwarten zu antworten. Komm zu mir, sprich mit mir und ich werde dir antworten – das ist seine Einladung. Gebet ist keine Einbahnstraße. Gott hat auch etwas zu sagen. Es wäre schlichtweg dumm, ihm nicht zuzuhören. Er hat sogar versprochen, dass ich ihn hören und verstehen werde: „Meine Schafe hören meine Stimme“ (Johannes 10,27).

Gott will sich mitteilen
Er möchte mir antworten und direkt in meine Lebenssituation hineinsprechen. „Ich sage dir, was du tun sollst, und zeige dir den richtigen Weg“ (Psalm 32,8). Gott möchte mir helfen, Menschen, Situationen und Ereignisse durch seine Augen, aus seiner Perspektive zu sehen, damit ich gute Entscheidungen treffen kann. Gott will mir sogar die Zukunft zeigen: „Wenn aber der Geist der Wahrheit kommt, hilft er euch dabei, die Wahrheit vollständig zu erfassen … Auch was in der Zukunft geschieht, wird er euch verkünden“ (Johannes 16,13). Um Gottes Reden wahrzunehmen, braucht es meine Bereitschaft zu hören. Ich muss ihm Raum geben, still werden.

Stille sein
Loslassen, aufhören, entspannen – genau das bedeutet das hebräische Wort „raphah“ : „Seid stille (raphah) und erkennt, dass ich Gott bin!“ (Psalm 46,11). Vor dem Hören tut Stille gut. Ich lasse meine Gedanken los, lasse es still werden in mir und richte meine Aufmerksamkeit auf Gott.

Hören
Ich höre erwartungsvoll und ohne Vorurteile. Gott entscheidet, wie er kommunizieren möchte: durch einen Eindruck, einen Gedanken, ein Bild. Manchmal spricht er durch eine hörbare Stimme oder durch ein Gefühl. Dann spüre ich Frieden, Freude, Hoffnung oder habe das Gefühl, geliebt und angenommen zu sein.

Wenn Gebet nicht nur Monolog, sondern Dialog ist, dann bekommt meine Zeit mit Gott eine ganz besondere Qualität. Dann wird Gebet Ausdruck einer gelebten Beziehung.

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