Im Gebet Gott kennenlernen

Gebet ist Ausdruck einer Beziehung
Ein Freund erzählte mir von seinem Erlebnis: Wie immer hatte er sich vor einer Predigt zum Beten zurückgezogen. Der Pastor, bei dem er zu Gast war, hörte ihn im Nebenraum sprechen und nahm an, dass er mit einem Freund telefonierte. Da es nur wenige Minuten bis zum Gottesdienst waren, zögerte er nicht, den Gastredner in seinem Gespräch zu unterbrechen. Als er die Tür aufmachte, wurde ihm bewusst, dass er nicht telefonierte, sondern mit Gott sprach.

Gebet spiegelt unsere persönliche Beziehung zu Gott
Keine frommen Floskeln, kein nüchterner Ton, sondern authentisches Reden. So, wie man mit einem Freund sprechen würde: ehrlich, offen, manchmal leidenschaftlich, enttäuscht oder begeistert. Alles kommt auf den Tisch.
Würde ich so mit Gott sprechen? Das Gebet sagt viel über meine Beziehung zu Gott aus. Wie sehe ich mich in dieser Beziehung und wie sehe ich Gott? Wie begegne ich Gott?

Gebet heißt Begegnung
Begegnung kann nur da entstehen, wo sich zwei begegnen. Ich wende mich Gott zu und er wendet sich mir zu. „Nähert euch Gott, und er wird sich euch nähern“ (Jakobus 4,8). Wer betet, befindet sich in der Gegenwart Gottes. Und er hört zu.

Eine ehrliche Beziehung
Genau die wünscht sich Gott. Er kennt mich, weiß, was ich denke und fühle. Und doch möchte er von mir hören, was mich bewegt. Das ist Liebe, voller Respekt. Wenn ich mich auf Gott einlasse, lerne ich ihn kennen.

Gottes Gegenwart verändert
Dass schlechter Umgang abfärbt, ist bekannt. Darauf wird übrigens auch in der Bibel in 1. Korinther 15,33 hingewiesen. Aber umgekehrt gilt das Gleiche: Die Begegnung mit Gott verändert. Seine Liebe heilt, vertreibt Sorgen und Ängste. Sein Frieden macht ruhig. Seine Weisheit gibt die richtige Richtung vor. Im Gebet, in der Gegenwart Gottes werde ich verändert. „Wir alle sehen in Christus mit unverhülltem Gesicht die Herrlichkeit Gottes wie in einem Spiegel. Dabei werden wir selbst in das Spiegelbild verwandelt und bekommen mehr und mehr Anteil an der göttlichen Herrlichkeit. Das bewirkt der Herr durch seinen Geist“ (2. Korinther 3,18).

Ich habe eine Begegnung mit Gott gehabt, wenn sich während der Gebetszeit etwas in mir verändert hat.

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