Ich hatte eigentlich vor, mir das Leben zu nehmen …

„Es war wenige Tage vor Weihnachten, und es war wieder einmal ein später Feierabend geworden. So stieg ich in den Regionalzug von Mönchengladbach nach Duisburg. Ich fiel in den Sitz und war erleichtert, endlich Ruhe nach einem turbulenten Arbeitstag zu haben. Da stieg ein elegant gekleideter junger Mann zu mir ins Abteil. Er fragte, ob noch Platz wäre, und breitete sich mit vielen Taschen auf den gegenüberliegenden Sitzen aus. Nach und nach holte er verschiedene, sorgfältig eingepackte Geschenke aus den Taschen und betrachtete sie ausgiebig. ‚Da haben Sie aber herrliche Geschenke bekommen‘, meinte ich. ‚Und zu solchen besonderen Geschenken gehört natürlich auch eine besondere Weihnachtskarte.‘ Damit überreichte ich dem erstaunten jungen Mann eine Karte von der Stiftung Marburger Medien mit der Weihnachtsgeschichte.

Auffallend interessiert und gespannt las der junge Mann die Geschichte bis zum Ende und sah mich dann fragend an. ‚Ja, das ist eine alte und bekannte Geschichte‘, sagte ich. ‚Und genau diese Geschichte hat mein Leben auf den Kopf gestellt und verändert.‘ Das musste ich ihm natürlich erklären. Und so erzählte ich, wie ich vor Jahren in einer Zeit innerer Ratlosigkeit zum persönlichen Glauben an Jesus Christus gefunden hatte. Der junge Mann wollte noch erfahren, ob und wie man Christsein im hektischen beruflichen Alltag mit großer Verantwortung praktizieren kann. Und so erzählte ich ihm anhand einiger Beispiele, wie ich und andere Christen in den letzten Monaten Führung und Bewahrung erlebt hatten. Nun berichtete er selbst: Er sei Jungunternehmer und in der letzten Zeit an die Grenzen seiner Kapazität gestoßen. Inzwischen frage er sich ernsthaft nach dem Sinn des Lebens. Unser Gespräch wurde intensiver und dauerte so lange, bis der Zug in den Duisburger Hauptbahnhof einfuhr.

Dort stand der junge Mann auf und schüttelte mir lange und ausgiebig die Hand. ‚Wie gut, dass wir uns heute Abend in diesem Zug getroffen haben‘, sagte er. ‚Ich weiß gar nicht, wie ich Ihnen danken soll! Ich hatte eigentlich vor, mir heute Abend das Leben zu nehmen, denn ich wusste wirklich nicht mehr weiter. Mit Ihrer Karte und unserem Gespräch haben Sie mir wieder Hoffnung gemacht.‘

Beim Aussteigen erwähnte er, dass er zu Hause eine alte Bibel habe und noch am gleichen Abend beginnen wolle, darin zu lesen. Auf dem überfüllten Bahnsteig trennten sich unsere Wege. Recht verdattert und erschrocken über den unerwarteten Abschluss dieser Begegnung und über die Worte des Mannes ging ich meinen Weg. Erst allmählich begriff ich die Dramatik des Geschehenen. Ich dankte Jesus für die Begegnung und bat ihn, diesen Mann mit seinem Segen zu begleiten.“

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